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Was ist raffiniertes Öl

Raffiniertes Öl in der Hautpflege

Was ist eigentlich raffiniertes Öl? Wieso sehen viele natürliche Öle in der Kosmetik und in der Küche so schön klar aus und halten so lange? Warum sind sie so geruchsarm? Ist das „normal“?

Wer jemals ein Öl gepresst hat, der weiß, dass ein echtes Naturöl nicht klar ist sondern fast immer trüb. Und dass natürliche Öle ganz anders riechen. Sojaöl ist trüb und geruchsstark, Avocadoöl dagegen tiefgrün und riecht furchtbar. Doch wenn wir es im Laden kaufen, dann sind sie weitestgehend duftfrei, klar und lange haltbar. Wieso?

Die Antwort lautet: weil die natürlichen Öle von der ersten Pressung bis zum kosmetischen Einsatz (oder dem Einsatz in der Küche) hoch industriell verarbeitet und chemisch gereinigt werden. Wir klären auf, was das mit den Ölen so auf sich hat und welche Nachteile es haben kann, wenn man es industriell verarbeitet. Was ist raffiniertes Öl und was unterscheidet es von unraffiniertem? Denn Öl ist eben nicht gleich Öl!

Vor der Verarbeitung des Öls gibt es wesentliche Faktoren bei der Ernte und Gewinnung, die die Qualität des Öls beeinflussen.

Bereits bei der Ernte gibt es große Unterschiede. Viele Öle gibt es aus Anbau oder Wildsammlung. Die Öle aus Wildsammlung sind immer hochwertiger als die aus einem Anbau, unabhängig ob aus konventionellem oder aus ökologischem Anbau. Denn bei jedem Anbau handelt es sich um eine Monokultur mit starker Düngung. Die Pflanzen wachsen schnell aber zulasten der Wirkstoffdichte. Natürlich muss bei Wildsammlung darauf geachtet werden, dass keine Überernte stattfindet. Merke: Wildsammlung ist immer nährstoffreicher als Öle aus Anbau. Teilweise über 7 mal mehr!

Manche Öle werden mit „harter Chemie“ extrahiert, vor allem mit Lösungsmitteln. Zwar werden diese Lösungsmittel später entfernt, doch es verbleiben immer Reste im Öl, die später Allergien auslösen können. Und Lösungsmittel sind ökologisch wenig sinnvoll. Merke: Reine Pressung ohne Extraktion mit Chemie ist immer hochwertiger.

Mit heißem Wasserdampf kann deutlich mehr Öl aus einem Samen oder einer Frucht geerntet werden. Allerdings zerstört die Hitze viele Wirkstoffe. Ab 40 Grad beginnt die Zersetzung und über 80 Grad sind die meisten Wirkstoffe zersetzt. Auch das Fettsäure-Spektrum des Öls verändert sich. Deswegen gibt es zum Beispiel ein Shea Öl und eine Shea Butter. Eines wird kaltgepresst, das andere wird heißgepresst. Merke: Kaltpressung ist immer hochwertiger als Heißpressung.

Öle werden bis zu sieben Mal gefiltert, um beispielsweise feste Bestanteile vom Öl zu trennen. Dabei gehen aber auch Wirkstoffe verloren. Merke: Je weniger ein Öl gefiltert wird, desto nährstoffreicher bleibt es.

Raffiniertes Öl – ja oder nein? Fast alle Öle auf dieser Welt werden raffiniert, weil sie damit haltbar gemacht werden. Und weil viele Wirkstoffe anderweitig teuer verkauft werden. Beispielsweise Soja: In der nicht raffinierten Form hat Sojaöl die Farbe eines trüben Bieres und verfügt über eine extrem hohe Konzentration von Lecithin. Es riecht ein wenig gewöhnungsbedürftig. Raffiniertes Sojaöl hingegen ist schön klar und geruchsneutral. Und das wertvollste in dem Öl – das Lecithin – wurde völlig entfernt – und verkauft! In der Kosmetik (oder im Speiseöl) ist es dann nicht mehr drin. Eine Randbemerkung: Lecithin ist DAS Phospholipid schlechthin, das für die Hautbarriere verantwortlich ist. Raffiniertes Öl als Bestandteil in der Kosmetik, enthält diese Lecithine nicht mehr und somit kann das Öl hier auch nicht zur Hautpflege beitragen.

Raffination Teil 1 – Heißer Wasserdampf. 100 Grad heißer Wasserdampf wird durch das Öl „gejagt“. Das Ziel: alle unangenehmen Gerüche und viele Eintrübungen zu entfernen. Dabei zersetzen sich aber fast alle Vitamine, Phytosterole und andere wichtigen Bestandteile des Öls. Die Auslobung der Kaltpressung sagt damit nichts mehr über die Qualität des Öls aus, wenn es im Anschluss mit heißem Wasserdampf bearbeitet wird.

Raffination Teil 2 – Harte Chemie. Das Öl wird zunächst mit Natronlauge und dann mit Phosphorsäure behandelt. Damit werden alle Rohstoffe „ausgefällt“. Einzig die Fettsäuren bleiben noch übrig. Alles andere, insbesondere auch die Vitamine, Phytosterole und Lecithine, ist weg und wird in anderer Form verkauft.

Nach einer Raffination ist das Öl bildlich gesprochen „tot“ – übrig bleiben nur noch die Fettsäuren, die aber auch durch den Prozess in Mitleidenschaft gezogen werden. So wandeln sich beispielsweise die hochwertigen Omega-3 in die minderwertigeren Omega-6 und den fast nutzlosen Omega-9 Fettsäuren um.

Raffinierte Öle sind lange haltbar und einfach zu bearbeiten. Sie stören, dank ihres neutralen Geruchs, nicht den später zugegebenen Duft, sind in großen industriellen Anlagen dann einfach in Cremes einzuarbeiten. Ganz anders die unraffinierten Öle. Diese erfordern viel Handarbeit und Augenmaß in der Weiterverarbeitung – sie müssen schonend eingearbeitet werden. Die eventuell zugesetzten ätherischen Öle müssen mit dem Eigenduft der Öle harmonieren. Auch alle anderen zugesetzten Rohstoffe müssen die Öle stabilisieren und dürfen nicht mit ihnen reagieren. Unraffinierte Öle werden deshalb kaum in der Großproduktion und im Großhandel eingesetzt, weil sie eben sehr eigenwillig sind und sich bei unsachgemäßer Lagerung schnell zersetzen.

Wie kann ich als Verbraucher erkennen, wie ein Öl verarbeitet wurde? Leider ist das nicht so einfach. Aber es gibt ein paar recht eindeutige Hinweise:

  1. Die Auslobung. Bei Olivenöl ist das vielen Verbrauchern bereits bekannt. „Virgin“ bedeutet Kaltpressung. Und „Extra Virgin“ bedeutet Kaltpressung ohne Raffination.
  2. Die Optik und der Eigenduft. Nicht raffinierte Öle zeichnen sich fast immer durch eine leichte Eintrübung und kleine Partikel aus, die sich auch mal absetzen können.

Wie erkenne ich, ob ein Öl noch in Ordnung ist? Öle können weder verschimmeln noch verkeimen, weil sie kein Wasser enthalten. Sie können sich aber zersetzen. Das erkennt man am Geruch – das Öl riecht dann ranzig. Ein Absetzen des Öls ist kein Hinweis für ein schlechtes Öl, sondern eher dafür, dass es nicht raffiniert wurde.

Fazit: Wer Wirkung sucht, der sollte auf nicht raffinierte Öle setzen. Idealerweise natürlich aus Kaltpressung und Wildsammlung. Denn alle anderen Öle wirken nicht mehr im Sinne der ausgelobten Vitamine, Spurenelemente, Lecithine, Phytosterole und vieles mehr. Wer nur ein angenehmes Hautgefühl möchte, der kann sich natürlich auch einfacher raffinierter natürlicher Öle bedienen. Sie sind nicht schlecht, aber eben nur für eine einfache Hautpflege ohne Tiefenwirkung sinnvoll.

 

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